Der Begriff
Künstliche Intelligenz
Keine Magie, sondern Logik und Wahrscheinlichkeiten: Was künstliche Intelligenz eigentlich ist.

Foto: Florian Fisch
«Wir schlagen vor, im Laufe des Sommers 1956 ein Seminar zur künstlichen Intelligenz mit zehn Teilnehmern am Dartmouth College durchzuführen.» So unspektakulär erschien der Begriff zum ersten Mal in einer wissenschaftlichen Projektskizze. Sie stammt von der später als Geburtsstunde der KI gefeierten Dartmouth-Konferenz. Die Studie sollte «von der Vermutung ausgehen, dass prinzipiell jeder Aspekt des Lernens so genau beschrieben werden kann, dass eine Maschine ihn simulieren kann».
Diese symbolische KI, die Regeln logischen Schlussfolgerns nachprogrammiert, gilt heute als gute altmodische KI. Inzwischen dominiert die Spielart, bei der Verknüpfungen über die Berechnung von Wahrscheinlichkeiten hergestellt werden. Neuronale Netze werden mit jedem neuen Input neu kalibriert. Künstliche Intelligenz ist eine überladene und irreführende Bezeichnung, wie etwa Digitalisierungspionier Christoph Kappes findet. Aktuelle Erfolge wie Large Language Models oder Bildgeneratoren beruhen laut Entwickler Golo Roden «nicht auf Magie, sondern auf systematischen Verfahren».